Warum ich meinen Schülern kein Glück wünsche

Warum ich meinen Schülern kein Glück wünsche

Ja, so ist es, das tue ich nicht. Weder schreibe ich es unter Klausuraufgaben noch spreche ich es aus bei anderen Schulprüfungen oder Herausforderungen wie dem Führerschein. Meistens wünsche ich ihnen viel Erfolg. Einige halten mich für bekloppt, aber manchmal wünsche ich auch viel Spaß. Meine SchülerInnen brauchen nämlich kein Glück! Es geht darum, wer oder was für das Ergebnis der Prüfung verantwortlich ist. Wovon sind SchülerInnen denn abhängig, wenn sie viel Glück brauchen? Von der Aufgabenstellung, dem Thema, dem Text, dem Material, der Lehrerin, dem Wochentag, der Uhrzeit….die Liste lässt sich endlos fortsetzen und zeigt, dass immer die Umstände bestimmen, was am Ende raus kommt.

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„Mathe lag mir damals auch nicht“

Mathe lag mir damals auch nicht

Oder: „Bei den Hausaufgaben kann ich meinem Kind nicht helfen, mein Matheunterricht war grauenvoll.“ Schlimmer: „Mädchen brauchen doch eh kein Mathe, Physik oder Chemie!“ Solche und ähnliche Sätze habe ich oft gehört und höre sie noch. Eltern sagen es beim Elternsprechtag, und wenn dort, dann auch Zuhause. Natürlich ist dahinter die Absicht, dass sich Kinder nicht schlecht fühlen müssen, wenn sie in einzelnen Fächern vergleichsweise schlechtere Noten haben oder sich schwer tun. Aber wieso ist das für die Kinder doof, wenn Eltern so etwas sagen?

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Wieso bist du Lehrer*in?

Wieso bist du LehrerIn

Günstig für ein erfülltes Lehrerdasein ist eine Absicht, die über das eigene Wohl hinaus geht. Dann geht’s nicht mehr um mich, sondern um den Beitrag, den ich leisten kann und das ist sinnstiftend. Worin besteht dein Sinn des Lehrerseins? Meiner liegt darin, dass die Kinder und Jugendlichen Erfolg haben. Was für jeden und jede Erfolg bedeutet, finden wir dann gemeinsam heraus (fachliches, persönliches, soziales Ziel?) und ich befähige sie dazu, das Ziel zu erreichen. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Es gibt auch Kurse, da klappt es nur vereinzelt. Alle Schüler*innen haben ja auch jeweils eine eigene Absicht. Ihr Erfolg ist jedenfalls meiner. Das wäre doch mal ein Werbespruch für eine Werde-Lehrer-Kampagne! 😉

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Du bist nicht deine Noten, du hast welche

Du bist nicht deine Noten, du hast welche

Eine 1 in Englisch heißt dann übersetzt: Ich bin etwas wert, weil ich die 1 habe. Die 6 in Erdkunde hingegen heißt: Ich bin nicht liebenswert, weil ich die 6 habe. In beiden Fällen geht es dann nicht um das Ergebnis an sich. Du fühlst dich wie ein Sieger oder ein Verlierer, weil du das Ergebnis irgendwie bewertest. Wenn ich bei einer Sache nicht müde werde, sie meinen Schülern mitzuteilen, dann bei dieser: Du bist großartig, egal welche Noten du hast. Was du hast und was du bist, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

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Wofür wir den Elternsprechtag nutzen können

Am Elternsprechtag fliegen den Kindern nämlich Vorwürfe um die Ohren, moralische Ermahnungen oder enttäuschte Gefühlsbekundungen. „Die 5 in Deutsch geht gar nicht! Du hättest dich mehr anstrengen müssen. “ „Ein Zeugnis mit lauter Dreien, Vieren und sogar zwei Fünfen?! Deine Noten müssen besser werden, sonst bleibst du sitzen!“ „Deine Schwester hat da gar keine Probleme.“ „Ich bin traurig/wütend/enttäuscht, weil du…“. Ein Hoch auf das schlechte Gewissen!

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