Ein Brief an meine Lehrer

Ann-Marie

Ich glaube, dass Selbstreflexion eine zentrale Aufgabe von Menschen ist, die mit Kindern und Jugendlichen zusammen sind. Das betrifft Lehrer, Erzieherinnen und andere pädagogische Kräfte genauso wie Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel…So finden wir heraus, unter welchen Bedingungen es uns gut geht und können selbst dafür sorgen. Wir können uns zu 100% zeigen, weil wir wissen, dass wir ok sind. Davon profitieren unsere Kinder mehr als von speziellen Erziehungsmethoden.

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Schule ist sinnlos! Schule nervt!

Schule ist sinnlos

Der Vertretungsplan verrät mir: Heute fällt Deutsch in der 9e aus, ich bin die Vertretung. Ich nehme keine Arbeitsblätter mit, sondern eine Frage an die gesamte Klasse: „Wie beendet ihr den Satz ‚Schule ist…‘?“ Erst stocken die Jugendlichen etwas, denn sie wissen nicht so recht, ob sie ehrlich sein sollen und was ich von ihnen will. Spätestens wenn jemand sagt: ’sinnvoll‘ oder ‚wichtig‘, provoziere ich: „Nein, das glaube ich dir nicht!“ Und dann geht’s los. „Was kommt euch stattdessen in den Kopf?“

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Weniger müssen müssen – Was denkst du über Bedingungen?

Was denkst du über Bedingungen

Bisher hätte man aus manchem Artikel schlussfolgern können, dass jeder nur die eigenen Ziele und Absichten herausfinden muss und dann fluppt das alles in der Schule schon. Hast du so etwas gedacht wie: „Ziele gut und schön: Als Schüler muss ich für meine Noten trotzdem Leistungen erbringen!“ „Als Lehrerin muss ich aber Noten geben.“ „Klausuren lassen sich nicht von meinem Schreibtisch weg hexen, korrigieren muss sie immer noch ich.“ Alle diese gedanklichen Einwände haben eins gemeinsam, das muss.

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Warum ich meinen Schülern kein Glück wünsche

Warum ich meinen Schülern kein Glück wünsche

Ja, so ist es, das tue ich nicht. Weder schreibe ich es unter Klausuraufgaben noch spreche ich es aus bei anderen Schulprüfungen oder Herausforderungen wie dem Führerschein. Meistens wünsche ich ihnen viel Erfolg. Einige halten mich für bekloppt, aber manchmal wünsche ich auch viel Spaß. Meine SchülerInnen brauchen nämlich kein Glück! Es geht darum, wer oder was für das Ergebnis der Prüfung verantwortlich ist. Wovon sind SchülerInnen denn abhängig, wenn sie viel Glück brauchen? Von der Aufgabenstellung, dem Thema, dem Text, dem Material, der Lehrerin, dem Wochentag, der Uhrzeit….die Liste lässt sich endlos fortsetzen und zeigt, dass immer die Umstände bestimmen, was am Ende raus kommt.

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„Mathe lag mir damals auch nicht“

Mathe lag mir damals auch nicht

Oder: „Bei den Hausaufgaben kann ich meinem Kind nicht helfen, mein Matheunterricht war grauenvoll.“ Schlimmer: „Mädchen brauchen doch eh kein Mathe, Physik oder Chemie!“ Solche und ähnliche Sätze habe ich oft gehört und höre sie noch. Eltern sagen es beim Elternsprechtag, und wenn dort, dann auch Zuhause. Natürlich ist dahinter die Absicht, dass sich Kinder nicht schlecht fühlen müssen, wenn sie in einzelnen Fächern vergleichsweise schlechtere Noten haben oder sich schwer tun. Aber wieso ist das für die Kinder doof, wenn Eltern so etwas sagen?

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