Mehr Wertschätzung für LehrerInnen: Danke!

Mehr Wertschätzung für LehrerInnen

Das ist schon ein Abend füllendes und geselliges Thema: Macken von Lehrern, Unfähigkeit, unfaire Benotung…anders herum scheint es viel schwieriger zu sein, positive Erinnerungen oder aktuelle Begebenheiten zu teilen. Obwohl es doch fast immer einzelne Lehrer gibt, die man mag und die interessanten Unterricht machen. Hier habe ich z.B. meinen eigenen Lehrern einen Brief geschrieben.

Es tut sich Einiges beim wertschätzenden Umgang mit Schülern. Beim wertschätzenden Umgang mit Lehrern ist noch Luft nach oben. Ich finde nicht, dass Lehrerinnen perfekt sein müssen. Es ist normal, dass in der Schule Dinge gut und schief laufen, weil Lehrer keine Maschinen sind. Die Art und Weise, wie über Lehrer und Lehrerinnen gesprochen wird, hat Einfluss auf das eigene Leben, aber auch auf den Lehrerberuf selbst. Wenn wir wollen, dass viele engagierte und begeisterte Lehrkräfte ihre Arbeit verrichten, sollten wir beginnen, den Beruf an sich und die Menschen wert zu schätzen. Vielleicht kennst du keine Lehrer, die alle der unten aufgezählten Eigenschaften besitzen. Picke dir dann einfach die Eigenschaft heraus, für die du einen oder eine wertschätzt 🙂

Danke!

Hier möchte ich also meinen Kollegen und Kolleginnen Danke sagen. Dies tue ich jedoch nicht allein: Mit eurer Unterstützung bei Instagram entstand sozusagen der erste Community-Blogartikel ☺️. Eure Antworten auf die Frage: „Was kannst du Wertschätzendes über Lehrer sagen?“ findet ihr hier (ohne Namensnennung) wieder. Danke, dass ihr eure Gedanken mit mir geteilt habt!

Dein großes Herz und deine Begeisterung

Danke, dass du dich dafür entschieden hast, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Sie sind dir von ihren Eltern anvertraut und vertrauen dir. Neben ihren Eltern bist du vielleicht eine weitere Person, die einen großen Einfluss auf sie hat. Du hast ein großes Herz und interessierst dich wirklich für die Schüler.

Du prägst sie in vielerlei Hinsicht. Du lässt sie an deinem Leben teilhaben, denn du bist nicht nur Wissensvermittler, sondern immer auch Vorbild. Durch dich können sie auch lernen, was sie gut oder vielleicht auch weniger gut finden und so ein bisschen näher zu sich selbst finden.

Danke, dass du begeistert bist über deine Arbeit und die Schüler deine Begeisterung spüren lässt. Auch wenn sie an manchen Tagen wenig motiviert sind, sie werden sich später mindestens an den Spaß erinnern, den du bei deiner Arbeit hast. Du kannst ein Beispiel dafür sein, Montage so zu nehmen wie Freitage. Dafür, dass du ein Leben führst, von dem du keinen Urlaub brauchst, um erfüllt zu sein.

Dein offenes Ohr für Schüler

Danke, dass du täglich im Unterricht dein Bestes gibst, auch wenn du gerade private Sorgen hast. Du bist für deine Schüler da und hast ein offenes Ohr. Noch vor dem Unterricht tröstest du, während des Unterrichts schlichtest du einen Streit, nachher erkundigst du dich nach dem vergangen Wochenende eines Schülers oder der Geburtstagsfeier einer Schülerin.

Manchmal wirfst du deine Planung spontan um, weil Unterricht nicht möglich ist. Stattdessen zeigst du starke Nerven und Geduld. Vielleicht gehst du gemeinsam mit den Schülern einem Konflikt auf die Spur und am Ende der Stunde ist mehr gewonnen als mit der Multiplikation von Dezimalzahlen. Du weißt, dass dir der Lehrplan und die Arbeiten im Nacken sitzen – doch dir ist auch wichtig, dass euer Miteinander ‚echt‘ ist.

Du stellst dich den großen Fragen

Danke, dass du kreative Themen-Einstiege für die Schüler erstellst, damit möglichst viele eine Verbindung zwischen sich und dem Thema finden können. Wenn du ein Faible dafür hast, erstellst du sogar eigenes Material und teilst darüber deine Begeisterung für die Arbeit mit den Kindern. Wenn du Fernsehen schaust, Radio hörst oder die Zeitung liest, fallen dir Bezüge zum Unterricht ein und baust das anschließend in den Schulalltag ein. 7 Jahre lang die gleiche Reihe zu Bruchrechnung? Langweilig! Mit dir bleibt der Unterricht nie gleich.

Doch es gibt auch traurige oder beängstigende Ereignisse in der Welt, die du für die Schüler herunter brichst, ganz egal, welche Fächer du hast. Was bedeutet es, wenn jeder Vierte eine rechte Partei wählt? (Und der bekannte Kopf dieser Partei auch noch Geschichtslehrer ist?) Darüber berichtet eine mutige und engagierte Lehrerin bei twitter. Wie soll man eine Politik begreiflich machen, bei der menschenverachtende Standpunkte von den einflussreichsten Menschen der Welt vertreten werden? Wieso vermüllt die Menschheit ihren einzigen Planeten? Große Fragen, denen du dich stellst. Zwar findest auch du nicht immer Antworten darauf, doch du nimmst deine Schüler und ihre Zukunft ernst.

Zwischen Noten und Klassenfahrt

Danke, dass du dir im Pausengewusel noch Noten für deine Kurse notierst und immer wieder überlegst: Was hat Schüler A beigetragen? Wie kann ich Schülerin B mehr einbeziehen? Welcher Beitrag hat den Unterricht heute richtig nach vorne gebracht? Bei wem hake ich nach, wieso in letzter Zeit die Laune oft schlecht ist? Wie berücksichtige ich die Hausaufgabe, die Schülerin C gestern zusätzlich abgegeben hat? Wenn jemand zwischen zwei Noten steht, entscheidest du dich vielleicht grundsätzlich für die Bessere.

Danke, dass du eine ganze Woche auf Klassenfahrt fährst, während sich dein(e) Partner(in) Urlaub nimmt oder deine Familie einspringt, um eure Kinder / Hund / Katze zu versorgen. Du ermöglichst deinen Schülern ein einmaliges Erlebnis, an das sie sich ihr Leben lang erinnern werden. Während der Woche lernst du die Schüler neu kennen, erlebst im besten Fall eine wachsende Klassengemeinschaft und kannst endlich auch mit Kollegen länger ins Gespräch kommen.

Du managst ein großes Team

Danke, dass du für deine Klasse verschiedene Angebote organisierst und damit individuell schaust, was gerade möglich ist. Wer kann von Angebot A profitieren, wem würde Angebot B gut tun? Du managst ein 30-köpfiges Team, bist Anlaufstelle für Fachlehrer und Eltern. Eigentlich bist du immer in Kommunikation, ob mit Schülern, Kollegen, Eltern, Schulleitung oder Externen. Wenn Eltern nicht zum Elternsprechtag kommen können, bietest du Ersatztermine an. Wenn im normalen Schulalltag Probleme auftauchen, bist du auch nach der Schule zu erreichen.

Danke, dass du den Überblick behältst. Zwischen Inklusion und zentralen Leistungsüberprüfungen jonglierst du mehrere Bälle: Förderschwerpunkte wie ‚emotional-soziale Entwicklung‘, ‚Lernen‘ oder ‚geistige Entwicklung‘ berücksichtigen / Diagnosebogen ADHS für Therapeuten ausfüllen / Mit Elternvertretern über den Projekttag sprechen / Termin mit Jugendamt für Schüler Y vereinbaren / AG-Angebot für Matheknobler ausarbeiten…

Danke, dass du LehrerIn geworden bist! Wir brauchen Menschen wie dich 🙂

Hast du noch andere wertschätzende Worte, die du teilen möchtest? Dann freuen sich alle Lehrer dieser Welt über deinen Kommentar.

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.